Sibirienreise in Vorbereitung

Einzigartige Reise nach Sibirien

Zum Thema: Religiöse und nationale Minderheiten in Russland

 

Diese Reise findet zur Zeit als Gruppenreise nicht statt. Allerdings kann ich Sie gemäss Ihren Wünschen individuell als Reiseleiterin undÜbersetzerin begleiten.  

 

Skizze der noch auszuarbeitenden Reise nach Sibirien:

 

Ab Moskau reisen wir mit dem Zug, bis Moskau ist individuell mit Flugzeug oder Zug möglich. Das Ziel in Sibirien sind die "Vissarioner", die sich in abgelegenen Dörfern in der Taiga, an einem Nebenfluss des Jeniseijs im Süden des Krasnojarskij Kraj niedergelassen haben. Sie leben von der Selbstversorgung und von eigenem Handwerk.

Umstritten ist, ob die "Vissarioner" alsSekte zu bezeichnen sind, oder ob es sich hier um alternative "Aussteiger" handelt.

Hier mehr über die Vissarioner:

In den gleichen Dörfern wohnen auch viele Altgläubige und "normale" Russen. (Die Altgläubigen haben die Kirchenreform im 17. Jahrhundert nicht angenommen und wurden danach verfolgt. Deshalb haben sie sich in unwirtliche Gegenden zurückgezogen, wo sie bis heute leben.)

Hier mehr über die Altgläubigen

Reiseroute:

- Riesenmetropole Moskau

- tatarisch/muslimische Stadt Kazan

- budhistische Stadt Abakan

- Dörfer der Visarioner

- 50jährige Bergbaustadt Meshdurechensk (vorher hier Gulag)

- sibirische Universitäts- und Industriestadt Omsk.

 

Kurze Reisebeschreibung:

(die angegebenen Daten können sich noch verschieben)

 

11. Juli: Ganzer Tag in Moskau.Durch eine Stadtführung erhalten Sie einen Einblick in diese 12 Millionen-Stadt. Der Besuch einer sozialen Institution (Obdachlosen- oder Kinderheim) wirft noch einen ganz anderen Blick auf die Stadt.

Im Zusammenhang mit Moskau fallen immer wieder folgende Charakteristiken, die wir gründlicher unter die Luppe nehmen wollen: Geld, Kapitalismus, Mode, Establishement, Rassismus? Hektik, Obdachlosigkeit, Kirchen, Kunst und Kultur.

 

Mit dem Nachtzug (ca. 13 Stunden) fahren wir nach Kazan.

Kazan hat ca. eine Mio Einwohner und ist Hauptstadt des Gebiets Tatarstan.Die tataren sind Muslime und machen ungefähr die Hälfte der Stadtbevölkerung Kazans aus.

Erstaunlich gutes Zusammenleben von Russen und Tataren, Orthodoxen und Muslimen,  hat auch nie Kriegshandlungen oder Separationsbestrebungen wie in Tschetschenien gegeben.

 

Mittels einer Stadtführung, die Besichtigung der prunkvollen Moschee im Stadtzentrum lernen Sie die historisch sehr bedeutende Stadt kennen. Wir treffen Vertreter(/Innen beider Kulturen, die uns insbesondere über das Zusammenleben von Muslimen und Orthodoxen berichten. 

Durch einen Abstecher in ein tatarisches Kulturzentrum erfahren sie die Besonderheiten der tatarischen Kultur.

 

Weiterfahrt nach Abakan (ca. 2 Tage und Nächte)

 

15. Juli Ankunft in Abakan

Abakan ist Hauptstadt des Gebiets Chakassien, = budhismus, grenzt an die Mongolei und liegt zwischen Steppe und Taiga.

 

Zwei Tage in Abakan, Übernachten im Hotel.

16. Juli (1. Tag in Abakan): Stadtführung, Bekanntschaft mit chakassischen Kulturschaffenden, Besuch des Ortsmuseums zu Geschichte und Kultur Chakassiens.

17. Juli (2. Tag in Abakan): Ausflug in die Steppe südlich Abakans.

 

18. Juli: In die Visarionerdörfer

Eine ca. einstündige Busfahrt bringt uns in die Kreisstadt Kuragina. Hier haben wir Zeit, die 5000 zählende Ortschaft zu besichtigen, umherzustreifen. Auch haben wir auch Einblick in das Bezirksspital.

Am gleichen Tag weiterfahrt nach Petropawlowka (Visarionerdorf) (ca. 2 Stunden Busfahrt).

Petropawlovka befindet sich Mitten in der Taiga, am Ufer eines Flusses. Das Dorf ist praktisch autofrei, die Landschaft ist bezaubernd und entzückend.

 

Hier bleiben wir 4 Tage und sind in einem Gästehaus, einem einfachen Dorfhaus, untergebracht.

Die unberührte Natur, diese Zauberhafte Landschaft lädt zum Wandern ein. Ausgiebig haben wir hier Zeit und Raum dafür. Daneben kommen wir mit Vertreter/Innen der Vissarioner ins Gespräch, lernen die Lebensweise und Philosophie der Vissarioner kennen und erfahren von deren Beweggründen,einem akademischen Beruf den Rücken zu kehren, um weit ab von der Zivilisation,  beispielsweise Zedernöl herzustellen.

Wir besichtigen verschiedene Institutionen der Vissarioner: Kirche, Schule, Laden, Familien.

 

Aber auch das Zusammenleben der erst seit 20 Jahren entstandenen Bewegung der Visarioner mit den einheimischen orthodoxen Russen und den Altgläubigen wird ein spannendes Thema sein. Wir besuchen den staatlichen Schuldirektor und sprechen mit einem Vertreter der orthodoxen Kirche.

Einen ganzen Tag widmen wir den örtlichen Handwerkskünsten: Sie haben die Möglichkeit, von einem Handwerksmeister oder einer Handwerksmeistterin ihrer Wahl während eines Tages in dem gewählten Handwerk unterrichtet zu werden.

Sie können von folgenden Handwerkskünsten auswählen: Korbflechten, töpfern, Zedernholzbearbeitung, Heilmittelherstellung.

 

23. Juli: Weiterfahrt nach Tuchtjat. In Tuchtjat leben ebenfalls viele Vissarioner, aber auch orthodoxe Russen und besonders viele Altgläubige.

Durch den Besuch dieses Dorfes haben Sie nochmals Einblick in ein anderes Dorf in der Taiga. In Tuchtjat bleiben wir zwei Tage. Die Unterbringung ist hier in verschiedenen Gastfamilien. Dadurch erleben Sie ganz autentisch den Alltag in einem kleinen Dorf in der Taiga.

In Tuchtjat werden wir auch auf Vertreter/Innen der Altgläubigen stossen und von ihnen erfahren, wie sich Bräuche und Habitus der Altgläubigen bis heute gehalten haben, was noch und was nicht mehr praktiziert wird.

 

25. Juli: Zurück nach Abakan, am Abend Abfahrt des zuges von Abakan nach Meshdurechensk.

26. Juli: Tag in Meshdurechensk. Diese Stadt ist gerade mal 50 Jahre alt. Sie wurde als Bergbaustadt -  es wird Kohle abgebaut - auf dem Papier entworfen und aus dem Boden gestampft. Alles ist planmässig angelegt. Die Stadt lebt auch heute noch vor allem vom Bergbau.

Am frühen Morgen fahren wir mit Arbeitern zu den Kohlegruben und lernen dabei einiges über die dortigen Arbeitsbedingungen, über die verschiedenen Tätigkeiten im Bergwerk und über die Weiterverarbeitung der gewonnenen Steinkohle.

Am Nachmittag besuchen wir das Ortsmuseum. Ausführlich erfahren Sie hier von dem grossen Zwangsarbeitslager, das in den 30er-40er-Jahren - noch bevor die Stadt gebaut wurde - existierte. Lebensweise, Traditionen und Gesellschaftsordnung der noch bis in die 1920er-Jahre in Erdhäusern wohnende Urbevölkerung, die im Zuge der Kollektivisierung zu Beginn der Sowjetzeit gezwungen wurde, ihre herkömmliche Lebensweise aufzugeben, ist ebenfalls ein grosses Thema.

26. Juli: Weiterfahrt von Meschdurechensk nach Omsk (ca. 24 Stunden).

 

28. Juli: Ankunft in Omsk.

Omsk hat 1,2 Mio einwohner und ist eine bedeutende sibirische Industrie- und Universitätsstadt.

Im 19. Jahrhundert war Omsk ein bekannter Verbannungsort. Der bekannte russische Schriftsteller Fedor Dostoevskij war in den 1850er-Jahren hier während 4 Jahren inhaftiert.

Die Stadt, wo einst im Bürgerkrieg nach der Revolution von 1917 die Weissen (die Gegner der Bolschewisten)  ihr Hauptquartier hatten, ist heute eine typisch russische Stadt, in der aber auch Kommunen von nationalen Minderheiten aktiv sind. Es gibt hier bedeutende Minderheiten der Deutschen, der Kasachen und Tataren. Kaum zu glauben, dass es selbst in der russisch-orthodox geprägten Stadt Omsk auch eine Moschee gibt.

Den verschiedenen nationalen Minderheiten gehen wir hier auf die Spur, treffen Vertreter/Innen der verschiedenen kulturellen Vereinigungen, sowohl den Immam, als auch ein Kasachischlehrer.

Die Deutschen,die hier leben, kamen vorwiegend im 18. Jahrhundert nach Russland, wo sie vorwiegend in der deutschen Wolgarepublik siedelten. Zu Beginn des 2. Weltkrieges,liess Stalin aus Angst vor einer Kollaboration mit dem deutschen Feind, die Deutschen nach Sibirien und Kasachstan deportieren, wo viele von ihnen bis heute geblieben sind.

 

30. Juli: Abfahrt aus Omsk

01. August: Ankunft in Moskau.

  

Kosten: (Angaben pro Person in SFr.)

Stadtführung und Besichtigungen in Moskau: ca. 30 Fr.

Verpflegung in Moskau ca. 70 Fr.

Stadtführung Kazan: ca. 20 Fr.

Verpflegung in Kazan = ca. 50 Fr.

Führungen und Ausflüge Abakan (zwei Tage) 40 Fr.

Übernachtung im Hotel in Abakan (ca. 20 Fr.

Verpflegung in Abakan: Picknick und Restaurants ca. 40 Fr. pro Tag und Person

 

Fahrt von Moskau bis ins Visarionergebiet und wieder zurück nach Moskau = ca. Fr. 400.

Verpflegung während der ganzen Zugsfahrt (6 Tage ca. 120 Fr.

Unterkunft in Herberge im Visarionerdorf für 5 Nächte = 130 Fr. pro Person

Essen: 75 Fr. für 5 Tage.

Unterkunft und Verpflegung in Tuchtjaty bei Familien: 70 Fr. für zwei Tage

Stadtführung und Besichtigungen in Meschdurechensk = ca. 20 Fr.

Verpflegung in Meschdurechensk = ca. 40 Fr.

Besichtigungen in Omsk = ca. 30 Fr.

Verpflegung in Omsk: ca. 40 Fr.

Visakosten = ca. 70 Fr.

Reise nach Moskau (Zug oder Flugzeug ca. 600 Fr.)

Deckung meiner Reisekosten: Fr. 300 (Fahrt, Unterkunft, Verpflegung). Dienstleistung: (Vorbereitung, Organisation, Begleitung und Übersetzung) = 400 Fr.

 

Diese insgesamt 23tägige Reise kostet alles inklusive SFr. 2700.= ca. 2100 Euro.

 

Mit mindestens vier Teilnehmer/Innen wir die Reise durchgeführt.