Wissenswertes zu Belarus

Wirtschaft

Vor allem die Agrar- und Leichtindustrie sind in Belarus von zentraler Bedeutung. Belarus wurde grösstenteils in der Sowjetzeit industrialisiert. Seit jeher hängt das Land von den Rohstoffen des grossen Nachbarn Russland ab. Die eigenen Rohstoffe decken den Bedarf des Landes zu weniger als 15 Prozent ab. Nur Torf und Brennholz sind in Belarus ausreichend vorhanden.

In den 1980er-Jahren gehörte Belarus zu den wohlhabendsten Republiken der Sowjetunion. Als umso verheerender zeigte sich die wirtschaftliche Abhängigkeit von den anderen Sowjetrepubliken nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Deshalb fand Lukashenkos Kurs einer erneuten Annäherung an Russland unter der Landbevölkerung starke Unterstützung.

Im Agrarbereich war und ist Belarus vor allem auf die Nahrungsmittelproduktion, namentlich auf Kartoffeln und Kohl spezialisiert. Nicht umsonst tragen die Belarussen als Übername die Bezeichnung "Kartoffelnation". Doch nach dem Reaktorunfall im Kernkraftwerk in Tschernobyl von 1986 waren 18% der Anbauflächen und 20% des Waldes wegen zu hoher radioaktiver Verstrahlung unbenutzbar.

Nach einer Periode der Privatisierung Anfang der 90er-Jahre wurde 1996 das gesamte Agrarland wieder zu Staatseigentum erklärt.